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Über E-Mail-Apnoe und Atemstillstände

Aktualisiert: 28. Apr.

Ein paar Zeilen aus einem Buch haben mich dazu inspiriert, weiter über das Thema Atmung zu reflektieren. Ein Satz hat mich besonders berührt: "Wann immer eine neue E-Mail in ihrem Postfach auftauchte, hielt sie den Atem an - ähnlich wie ein Reh, das ein Rascheln im Gebüsch hört." (Aus: Atem, Jessica Braun).



Fühlst du dich ertappt? Welche Auslöser führen bei dir zu einem Atemstillstand? Den Atem, insbesondere kurze Atempausen im Alltag, wahrzunehmen, ist nicht einfach. Rückblickend erinnere ich mich daran, wie ich vor jeder Präsentation wahrscheinlich stundenlang nur flach geatmet habe (wenn überhaupt). Damals praktizierte ich bereits Yoga, jedoch wurde mir die feine Wahrnehmung des Atems nicht vermittelt. Dies zu bemerken und aktiv anzugehen erfordert vielleicht noch genaueres Hinsehen und Achtsamkeit.

 

Oftmals kümmern wir uns erst, wenn es bereits zu spät ist: Wenn sich über Monate oder Jahre hinweg Auslöser, die zu Atemstillstand führen, häufen, könnten sich irgendwann weitere Symptome wie beispielsweise Verdauungsbeschwerden oder Enge im Brustraum zeigen. Doch all das liesse sich möglicherweise bereits ab heute vermeiden.

 

Zurück zur Aussage bezüglich E-Mails: Wenn beispielsweise 20 Mails pro Tag eintreffen, würde das zwanzig unnötige Atempausen bedeuten. So kann der Atem schnell zu einem "Stop-and-go" werden. Das sollte nicht sein. Der Atem ist ein guter Indikator dafür, wie es uns geht. Deshalb beobachte ich diesen übrigens in Gruppenstunden und noch genauer während Einzel-Therapien.

 

Wiederum kurz und knackig versuche ich dir aufzuzeigen, wie du bereits ab heute aktiv(er) werden kannst:

 

  • Schritt 1 ist immer das Bewusstwerden. Zuerst in den Yogastunden oder Therapiesitzungen, während des Übens. Dabei ist es das Ziel, dass dieses Bewusstsein schrittweise in den Alltag übertragen wird. Die Atembeobachtung soll auch im Alltag Einzug halten.

  • Schritt 2 ist das bewusste Lenken des Atems. Dafür ist es wichtig zu wissen, wie der Atem gezielt eingesetzt werden kann. Dies habe ich im Blogbeitrag "Yoga und Atmung - die bedeutungsvolle Verbindung" ausführlicher behandelt.

  • Schritt 3 ist das regelmässige, bewusste Integrieren in den Alltag. Immer wieder. In bestimmten Situationen, in denen du dich "getriggert" fühlst. Oder auch durch die Pflege von Ritualen. Ob im Arbeitsalltag zu Hause mit den Kindern, auf der Baustelle oder im Büro – Atmen und kleine Atemfokusse oder -übungen sind immer möglich, oft auch ganz unauffällig. So, dass er schrittweise in Alltagssituationen beispielsweise auch beim Eintreffen von E-Mails unbewusst regelmässig fliesst.

 

Übrigens und falls du dich bereits länger mit dem Atem befasst. Es gibt eklatante Unterschiede bezüglich Atemübungen in Yoga-Stunden. Es kommt vor, dass diese wenig zielorientiert eingesetzt und weitergegeben werden.

 

In der Yoga Komplementärtherapie gehen Atemübungen bzw. oft auch eher der Fokus in eine ähnliche Richtung wie in der Atem-Komplementärtherapie. Dort geht es darum, den Atem wahrzunehmen, zu lenken und in den Alltag zu integrieren: "Als Leitfaden hierzu dient das Bewusstwerden des Atems in seinem Rhythmus und Bewegungsraum. Dabei wird grosser Wert auf die Integration des Erfahrenen in den Alltag gelegt." (Aus: Fachzeitschrift Atemzeit, S. 8) Und weiter: "Die Atemarbeit umfasst Atem-, Stimm- und Körperübungen im Stehen, Sitzen, im Liegen und in der Bewegung…". Ohne die Atem-Komplementärtherapie besser zu kennen, vermute ich, dass der Atem-Fokus sowie die -Übungen oder eben die Atemarbeit in den Stunden einer Yoga Komplementärtherapeutin vielleicht dem der Atem-Therapeutin eher ähneln, als dem vieler Yogalehrer/-innen. Hast du eine andere Meinung? Ich freue mich auf Kommentare oder Rückmeldungen via Formular.

 


Weitere Links und Literatur:

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